Die jüngsten Bemühungen der Philippinen, die Energiewende zu beschleunigen, haben gemischte Ergebnisse gebracht. Vorläufige Daten der vierten Auktion für grüne Energie (GEA-4) des Landes deuten darauf hin, dass das Interesse an Solar- und Windenergie zwar weiterhin groß ist, das Segment Solar- und Speicherenergie jedoch unterdurchschnittlich abschnitt, sodass ein Teil der angestrebten Kapazitäten nicht in Anspruch genommen wurde.
Laut Angaben des Energieministeriums (DOE) zeichneten die Projektentwickler 9.4 GW an erneuerbarer Energiekapazität – rund 88 Prozent der angebotenen 10.6 GW. Der Großteil der nicht gezeichneten Zuteilungen entfiel auf schwimmende Solaranlagen, Onshore-Windkraftanlagen und integrierte Solar-Speicher-Systeme (IRESS), die die Netzflexibilität durch Batteriespeichersysteme (BESS) erhöhen sollen.
Was das Defizit verrät
Die Unterzeichnung verdeutlicht eine wachsende Herausforderung für Schwellenländer: die Integration kommerzieller und industrieller Energiespeicher (C&I ESS) in groß angelegte Auktionen für erneuerbare Energien. Während traditionelle Solar- und Windprojekte für Investoren weiterhin attraktiv sind, sind Hybridkonfigurationen mit Speichern oft mit höheren Vorlaufkosten, komplexen Genehmigungsverfahren und unsicheren Einnahmequellen verbunden.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass diese Hürden die Einführung von Batteriespeichersystemen verzögern könnten, obwohl diese für die Verbesserung der Netzzuverlässigkeit und die Unterstützung der ehrgeizigen Ziele der Philippinen im Bereich der erneuerbaren Energien – 35 % erneuerbarer Energien bis 2030, 50 % bis 2040 – von entscheidender Bedeutung sind.
Mechanismen zur Neuzuweisung von Kapazitäten
Um diese Lücke zu schließen, plant das Energieministerium, nicht abonnierte Kapazitäten an qualifizierte Bieter zu vergeben, die die ursprünglichen Ziele übertroffen haben. Dieser flexible Ansatz soll sicherstellen, dass verfügbare Kapazitäten – insbesondere im Bereich schwimmender Solaranlagen und Solar-Plus-Speicher – nicht ungenutzt bleiben.
Gewinner der Ausschreibung müssen nun nach der Auktion Zusagen, darunter Erfüllungsgarantien und Systemauswirkungsstudien, vorlegen, um den Netzzugang zu sichern und die Machbarkeit des Projekts nachzuweisen. Die Lieferfristen liegen zwischen 2026 und 2029, was den Projektentwicklern eine relativ lange Vorlaufzeit bietet, um regulatorische und finanzielle Hürden zu überwinden.
Lehren aus früheren Auktionen
Die Ergebnisse der GEA-4-Auktion stehen im Gegensatz zu früheren Runden. Bei der dritten Ökostrom-Auktion (GEA-3) Anfang des Jahres lagen Gebote von 7.5 GW vor, während das Ziel bei 4.65 GW lag. Haupttreiber waren Pumpspeicherkraftwerke. Bei der GEA-2-Auktion, die Mitte 2023 stattfand, wurden 1.97 GW Solarkapazität mit 20-jährigen Stromabnahmeverträgen vergeben. Dies spiegelt das damals gestiegene Marktvertrauen in eigenständige Solaranlagen wider.
Weitergehende Auswirkungen auf Südostasien
Für die Philippinen ist die Schließung der Speicherlücke nicht nur eine technische Angelegenheit, sondern ein strategisches Gebot. Mit der zunehmenden Elektrifizierung und der wachsenden Nachfrage nach einer widerstandsfähigen Strominfrastruktur wird die Batteriespeicherung eine entscheidende Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien spielen.
Europäische Entwickler und Technologieanbieter könnten in diesem sich entwickelnden Markt Chancen finden, insbesondere bei der Bereitstellung fortschrittlicher C&I-ESS-Lösungen, der Projektfinanzierung und der Expertise in der Netzintegration – Bereiche, in denen reife Märkte bereits über umfangreiche Erfahrungen verfügen.
Während die Region auf eine stärkere Durchdringung mit erneuerbaren Energien zusteuert, bieten Auktionen wie GEA-4 wertvolle Erkenntnisse: Der Bedarf an erneuerbaren Energien ist groß, doch der Weg zu einer flächendeckenden Nutzung von Solarenergie mit Speicherung ist noch holprig und hängt von unterstützenden politischen Rahmenbedingungen, bankfähigen Ertragsmodellen und dem Zugang zu erschwinglichen Finanzierungen ab.
BATTLINK Experte für Batterie-Energiespeichersysteme